Blog 14   -  Januar/Februar 2024   -  Kolumbien
 
Ende Dezember reisten wir in Kolumbien ein. Es soll unser letztes Land werden von der Südamerika Reise.
Jede Grenzformalität unterscheidet sich in manchen Dingen mit den anderer Länder. Für Kolumbien muss man sich online registrieren lassen und alle Papiere für den Zoll einscannen. 
Wir kamen erst sehr spät über die Grenze und es wurde schon dunkel bis wir endlich in Ipiales nahe der Grenze bei einem Hostel sicher stehen konnten. Wir versuchten möglichst zu vermeiden, dass wir bei Dunkelheit fahren, es kommen genügend Fahrzeuge ohne Licht entgegen oder Mopeds kurven an einem rechts oder links vorbei, die man bei Tageslicht dann doch besser im Blick hat. Sollte man in einen Unfall verwickelt werden haben wir Ausländer immer die schlechteren Karten.
Am nächsten Tag wieder das Übliche eine SIM Karte organisieren für Kolumbien, einen Geldautomaten finden der kolumbianische Pesos ausspuckt und was hier wichtig ist eine Autoversicherung abschließen. Und schon ist der halbe Tag gelaufen.
Richtung der nächst größeren Stadt Pasto passiert man extrem steile Schluchten und wunderschöne Bergregionen. Am Rande der Stadt in einem Resort konnten wir übernachten. Im Andenhochland auf 2800 m liegt die Laguna de la Cocha. Die hübsche Siedlung besteht fast ausschließlich aus Pfahlhäusern und einem Giebeldach im Alpenstil, sie sind das kuriose Erbe von einem Schweizer Ehepaar, das sich nach dem zweiten Weltkrieg hier niedergelassen hatte. Hier verbrachten wir Silvester. Aber als wir erkannten, dass die einheimische Bevölkerung/Touristen sich immer mehr starke Alkoholika einverleibten, zogen wir uns lieber in unseren Hobo zurück und öffneten einen Sekt für uns alleine.
Am Neujahrstag fuhren wir auf der Ruta 10, einer schönen Gravelroad, ca. 70 km bergauf und bergab, enge Passagen, Wasserfälle und immer durch den herrlichen dicht bewachsenen Urwald.
Die nächste Station war San Agustin, das Städtchen ist bekannt für die spektakulären archäologischen Ausgrabungen, Steinfiguren und Zeichnungen einer mysteriösen unbekannten Kultur. San Agustin liegt an den Ausläufern eines Gebirgsmassivs, an dem sich Zentral- und Ostkordillere aufspalten. 
Der lokalen Bevölkerung waren die Steinfiguren schon immer bekannt, aber erst der deutsche Ethnologe Preuss rückte sie um 1914 ins Blickfeld der Wissenschaft. Heute weiß man von fast 500 bearbeiteten Steinen. Sie stellen die größte Ansammlung einer präkolumbianischen Kultur dar. Einige der Fundstücke sind auch im Pergamom Museum in Berlin. 
Dann soll's mal wieder eine Wüste sein: Desierto de la Tatacoa, sehr klein, aber eine atemberaubende Landschaft. Regen und Wind haben die oberen Bodenschichten abgetragen, sodass sich ein zerklüftetes Gelände herausgebildet hat. Es hatte 37 Grad und erst am späten Nachmittag spazierten wir durch den Canyon. Am nächsten Morgen schauten wir es bei anderem Licht noch einmal an. Dann querten wir mit dem Auto komplett die Wüste, weiter auf kleinen schlechten Straßen und immer, wenn man glaubte es muss doch besser werden, hatten wir uns wieder getäuscht. Über 200 km Gravelroad oder Teerbelag mit riesigen Löchern, das oft noch schlimmer war. Wir brauchten 5 Stunden bis wir in dem kleinen Ort Prado waren an einem Stausee. Wir machten eine Bootstour über den See, es ist eine herrliche Landschaft, eingebettet in steil aufragende Berge. 
Weiter ging's Richtung Bogota und wir beschlossen im Vorfeld die Hauptstadt in großem Bogen zu umfahren. Wir konnten keinen passenden Stellplatz in der Stadt ausfindig machen, zudem wurde uns von Kolumbianern abgeraten in die Stadt zu fahren, sie sei zu unsicher.
Aber nördlich der Stadt in Zipaquira wollten wir die Salzkathedrale besichtigen. Schon vor tausenden von Jahren war der Ort wegen des Salzes ein wichtiges Handelszentrum. Im 17. Jh. begannen die Spanier die reichhaltige Saline zu bearbeiten. Bis heute werden in Zipaquira über 50 % des kolumbianischen Salzes gefördert. Die gläubigen Bergmänner begannen um 1950 eine unterirdische Kirche zu bauen. Nach statischen Mängeln entschied man sich Anfang der 1990er Jahre für einen Neubau. In den abgetragenen Salinen entstand eine Kirche mit 3 Schiffen. Es wurde eine Via Crucis angelegt, die den Leidensweg Christi darstellt. Licht und optische Effekte setzen die hohe Kuppel aus Salzgestein in Szene. Die Kathedrale gehört zu den touristischen Hotspots des Landes.
Bei der Anfahrt zur Salzkathedrale kamen uns Theres und Thomas die Schweizer entgegen - so eine Überraschung, wir freuten uns sie wieder zu sehen. Da unser nächstes Ziel mit ihrem übereinstimmte, vereinbarten wir uns in dem touristischen Städtchen Villa de Leyva zu treffen.
Wegen des milden Klimas auf 2140 m Höhe etablierte sich die Ortschaft Villa de Leyva im 20. Jh. mit ihrer Kolonialarchitektur als Wochenendziel der Kolumbianer und als Pflichtstopp der Touristen. Die Plaza Mayor mit Kopfsteinpflaster, sie ist seit dem 16. Jh. unverändert geblieben, ist mit 14.000 qm der größte Stadtplatz des Landes. Es war beschaulich durch das Städtchen zu spazieren. In einem gemütlichen Hotel mit Campsite trafen wir uns wieder und verbrachten zwei unterhaltsame Abende.
Eine Besonderheit zu besichtigen war das Terracota Haus. Das 500 qm große Haus aus Ton, wird als das größte Keramikwerk der Welt betrachtet. Es ist ein tonfarbenes Bauwerk, das der Architekt Octavio Mendoza brannte, wie wenn Geschirr gebrannt wird. Der Architekt lebte auch darin, aber als der Besucheransturm zu groß wurde, war es nur noch Touristenattraktion. 
Das nächste Kolonialstädtchen Barichara ist ein attraktiver Ort mit Kunsthandwerk und historischen Wanderrouten. Hier wurden schon mehrere Spielfilme gedreht. Am Rande des Örtchens ließen sich vor 13 Jahren ein holländisches Paar nieder. Sie erwarben ein wunderschönes Areal und zauberten darauf eine herrliche Campsite. Die Lage ist unbeschreiblich, der Blick in ein tiefes Tal und auf die dahinter liegenden Berge erinnerte uns mal wieder an Afrika. Untertags konnte es bis zu 30 Grad warm werden, aber nachts kühlte es auf angenehme 17 Grad ab. 
Wir waren hier mit Theres und Thomas verabredet und gingen an einem Vormittag auf einer Wanderrouten über die Berge, kamen durch einen kleinen Botanischen Garten hinab nach Barichara. In einem schönen alten Kolonialhaus gab's zur Erfrischung einen Maracuja-Saft. Wir durchstreiften die kleinen Gassen, statteten der Kirche, die im 18. Jh. aus dicken Quadern errichtet wurde, einen Besuch ab. Ließen uns dann mit einem Tuk Tuk hinauf zur Campsite bringen.
Auf dem Weg nach Medellin machten wir einen Abstecher zum Fels von Guatape - Piedra El Peñol. Es galt einen 200 m hohen Monolithen in 700 Stufen zu besteigen, zur Belohnung gab es eine Traumaussicht auf einen Stausee. Auch das ist ein Ausflugsziel der Kolumbianer. Es reihen sich Lokale und Souvenirläden aneinander. 
Am Rande von Medellin fuhren wir zu einer Campsite, wo Elke und Martin, die Motorradfahrer uns überraschend empfingen. So sieht man sich wieder.
Der 4 Mio. Stadt Medellin wollten wir einen Besuch abstatten. Die einst gefährlichste Stadt der Welt, mit dem berüchtigten Medellin-Kartell, wo in den 80er und 90er Jahren der Kokainhandel in die USA blühte. Die Zeit der extremen Gewalt zwischen 1983 - 1994 forderte in Medellin knapp 50.000 Opfer. Erst ab 2002 griff der neue Staatspräsident Uribe mit härtester Hand durch. Er ermöglichte Militäroperationen, welche die Comuna 13 von den Guerillas befreien sollte. Auch der Ausbau der Metro und ein Seilbahnnetz in die Armenviertel rückte die Menschen näher an die Stadt. Es entstanden Sport- und Spielplätze, wo zuvor Grenzen zwischen Drogengangs verliefen. Die Rolltreppen in der Comuna 13 verliehen dem stigmatisierten Viertel eine bunte Besonderheit. In den ehemaligen No-Go-Kiez Comuna 13 kommen heute über 1000 Besucher täglich. Wir machten eine interessante Führung bei einer jungen englisch sprechenden Frau, die in dem Viertel aufgewachsen ist. Allerdings müssen die Menschen in den Vierteln immer noch Schutzgeld bezahlen.
Das Highlight im Zentrum ist die Plaza Botero, ein Freiluftmuseum mit 23 Skulpturen des Künstlers Fernando Botero.
Auf der Campsite bei Medellin lernten wir Hilde und Günther kennen und zusammen mit Elke und Martin verbrachten wir zwei unterhaltsame Abende. Es ist immer sehr aufschlussreich andere Reisende zu treffen.
Die weitere Strecke führte uns wieder bis zu 2800 m hinauf, herrliche Landschaft, üppig grün, überwiegend Viehwirtschaft. Wir näherten uns immer mehr der Karibik. 
Auf einer Farm, die von einer Ecuadorianerin und einem Kanadier bewirtschaftet wird legten wir einen Zwischenstopp ein. Schon eine halbe Stunde später kam noch ein Fahrzeug, es waren Patricia und Peter aus der Schweiz mit ihrem "Bremach". Wir staunten beide nicht schlecht. Erstens war die Farm völlig abgelegen und zweitens ein Bremach, den man kaum zu Gesicht bekam. Sie haben ihren Bremach von Europa nach Cartagena verschifft, aber als sie das Fahrzeug aus dem Hafen holen wollten, mussten sie feststellen, dass es nicht mit an Bord war. Ihr Bremach wurde schlichtweg in Europa vergessen. Erst 2 Monate später konnten sie ihr Wohnmobil in Empfang nehmen. Dann haben wir auch noch gemeinsame Bekannte - es gab viel zu erzählen.
Den ersten Kontakt mit der Karibik machten wir in Tolu, einem beliebten Urlaubsziel der Kolumbianer. Wir spazierten am späten Nachmittag an der Uferpromenade entlang und schauten dem Treiben zu. 
Aber unser "Urlaubsziel" war östlich von Santa Marta in der Nähe des Tayrona Nationalparks. Eine ruhige, herrliche Campsite voller Kokospalmen, ein weitläufiger Strand, allerdings mit starker Brandung, ins Meer sollte man hier nicht gehen.
Nach einem Spaziergang von 20 Minuten kam man zu einer Surfschule, schöne Hostels und Lokale, überwiegend von Backpackern besucht. Es machte Spaß, den Surfern zuzusehen. 
Wir hatten unsere Rückreise geplant, nachdem ein Container Buddy gefunden wurde (ein zweites Fahrzeug im Container) und der Termin feststand, wollten wir ganz gemütlich die Südamerika-Reise in der Karibik ausklingen lassen.










Blog 13  - Dezember 2023 - Ecuador

Nun also Ecuador - wir wurden empfangen von schönen Häusern, sauberen Straßen und die grüne Landschaft tat unseren Augen gut. Macara war unser erstes Ziel nach der Grenze. Auf einer kleinen familienbetriebenen Finca konnten wir campieren. Durch das Hanggrundstück fließt ein Bach mit Wasserfall, der diente uns als Dusche, einmalig, sehr originell.
Dann ging's 180 km durch die Berge zur Kleinstadt Loja. Hier wollten wir dann doch mal "Cuy" - Meerschweinchen probieren. Es war Sonntag und wir gingen in ein angesagtes Lokal. Sonntag Mittag bleibt auch hier gerne die Küche kalt und man isst auswärts. Wir ergatterten noch 2 Plätze und bestellten Cuy! Was soll ich sagen, wir wollten auch mal mitreden, aber essen werden wir es nicht mehr. Schweinebraten schmeckt anders. In Loja suchten wir am Stadtrand/Waldrand einen ruhigen Platz zum Übernachten. Die freundliche Nachbarschaft winkte uns zu - alles Bestens. Loja hat ein schönes angenehmes Zentrum, viele Häuser mit Balkonen und Arkaden. Die Stadt liegt am Rande eines Nationalparks. Weiter südlich war Vilcabamba, der Ort wurde von Europäern und Amerikanern wegen der herrlichen Lage auserkoren als neues Domizil. Die Lokalitäten sind auf die Klientel eingestellt, allerdings einen Pisco Sour findet man hier nicht mehr, wo ich mich doch schon daran gewöhnt hätte. Aber wir deckten uns mit Kaffee ein, der Anbau in dieser Höhenlage soll besonders gut sein. 
Dann weiter in den Norden durch schöne Gebirgslandschaft bis Saraguro. Der Ort ist das Zentrum der indigenen Saraguro Kultur, die Indigenen kommen ursprünglich vom Titicacasee und tragen noch ihre traditionelle Tracht, überwiegend schwarze Kleidung, auch junge Frauen und Männer sieht man in Tracht, dazu ihre speziellen Hüte und Frauen tragen schöne Ketten. Am Rande des Ortes auf einem Berg mit herrlichem Blick in die Täler verbrachten wir die Nacht.
Dann verabredeten wir uns mit Theres und Thomas, den Schweizern, in Cuenca und gingen gemeinsam zum Abendessen und bestaunten die festliche Weihnachtsbeleuchtung in der Stadt. Am nächsten Tag machten wir noch einen Bummel durch das historische Zentrum aus dem 16. JH. Nach Quito, der Hauptstadt Ecuadors, ist Cuenca Ecuadors bedeutendste und schönste Stadt aus der Kolonialzeit. 
Weiter auf der Panamericana Richtung Norden. Kamen immer wieder über 3500 m, die Landschaft erinnerte uns an die Voralpen. In Riobamba gingen wir auf den Samstagsmarkt. Die überwiegend indigene Bevölkerung kommt auf den Markt um alles anzubieten: Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und alle Kleintiere: Meerschweinchen, Hasen, Hühner, Enten, Truthähne etc. 
Dann ging's ostwärts zu dem Landstrich Oriente, die Einheimischen nennen ihn Amazonía. Von den Anden schlängeln sich Flüsse durch den heißen Regenwald zum Amazonas. Wir waren ganz alleine auf einem Dschungelcamp und konnten in dem Fluß schwimmen. Weiter ging die Fahrt durch den Regenwald, der machte seinem Namen alle Ehre und es regnete die ganze Strecke bis Quito.
In Quito quartierten wir uns in einem Airport Camp ein. Wir wollten nahe am Flughafen sein, da wir eine Reise auf die Galapagos Inseln gebucht hatten.
Ins Zentrum von Quito ließen wir uns wieder mit einem Uber Taxi fahren. Quito die Hauptstadt liegt hoch in den Anden zwischen Berggipfeln. Schmuckstück Quitos ist die Altstadt voller Kolonialbauten und architektonischer Schätze.
Dann rückte eines unserer Highlights immer näher. Der Junior unserer Campsite brachte uns sehr zeitig zum Flughafen. Pünktlich um 6:30 Uhr starteten wir zu den Galapagos Inseln. Wir haben über eine deutsche Agentur gebucht und wurden bestens betreut. Unser Guide Roberto empfing uns auf dem Flughafen und brachte uns zur Golondrina - dem kleinen Schiff - auf dem wir die nächsten 8 Tage wohnten. Es gibt 8 Kabinen mit je 2 Passagieren und ausreichend Besatzung, die sich um uns kümmerten. Der wichtigste war der Koch, der uns mit bestem Essen verwöhnte. Es gab täglich Landausflüge und meistens 2 Schnorchelgänge. Schon am ersten Abend enthielt ich mich wohlweislich dem Abendessen. Erst als ich Tabletten gegen Seekrankheit einnahm konnte ich wieder an Allem teilnehmen. 
Wir umschifften meistens über Nacht einige große und kleine Inseln. Es ist eine andere Welt. Viele tierische Bewohner der Vulkaninseln sind nirgendwo sonst zu finden. Sie sind nicht scheu, da sie wissen, dass ihnen keiner etwas anhaben will. Und erst die Unterwasserwelt ist phänomenal, als ob man durch ein Aquarium schnorcheln würde. Sogar kleine Haie und Rochen konnten wir sehen, ganz zu schweigen, wenn plötzlich Pinguine oder Seelöwen neben einem her schwimmen. Ich hab mich selbst nicht mehr gekannt, da ich sonst den Kopf nie unter Wasser bringen möchte. Es war alles ein Erlebnis besonderer Art.
Zurück in Quito machten wir uns gleich auf nach Ibarra zum "Hans" auf der Finca Sommerwind. Auf der Strecke querten wir den Äquator: Quitsato = Mitte der Welt. Dieses Wahrzeichen gilt weltweit als einmalig: die Sonnenuhr mit einem Durchmesser von 52 m wurde exakt auf dem Äquator errichtet.
Auf der Finca waren schon einige Overlander und es sollten bis Heilig Abend noch mehr werden. Man weiß unter Südamerika-Reisenden, dass der Norddeutsche Hans eine willkommene Anlaufstelle ist. Er bietet wunderbaren Kuchen, deutsche Küche und deutsches Brot, das die Meisten hier vermissen. 
Am Heiligen Abend gab's ein gemeinsames Abendessen und eine gesellige Feier mit vielen Nationen.
Wir sind nur 2 Autostunden von der Grenze zu Kolumbien entfernt - aber das wird eine neue Geschichte. 

Blog 12 November/ Dezember 2023         Peru

Peru - wir kommen. Die erste große Stadt nach 400 km, war für uns Arequipa. Die Atacama Wüste war auf dem Weg dorthin immer noch present. Riesige Sanddünen am Meer entlang, wir kamen durch kleine Dörfer und die Berge im Hintergrund wechselten, wie schon so oft ihre Farben. Wir fuhren ins Land, die Täler wurden grün und die geraden Flächen wurden genutzt zum Anbau von Obst und Gemüse, auch Weinreben und Zuckerrohr. Arequipa liegt auf 2300 m Höhe, das hübsche Hotel Las Mercedes bietet zum Hotelbetrieb, die einzige Campsite in der Stadt und zudem fußläufig ins Zentrum.
Der zentrale palmenbestandene Platz, die Plaza de Armas, wird von drei Seiten mit Kolonialgebäuden eingerahmt, die gesamte Nordseite wird von der wuchtigen Kathedrale beherrscht. Im Süden die Iglesia La Compañia, eine der wichtigsten architektonischen Werke des Mestizenbarocks. Vergoldete Altäre im Barockstil dominieren den Innenraum. Aber das wichtigste koloniale Gebäude der Stadt ist das Kloster Santa Catalina. Die Dominikaner gründeten 1579 das Kloster, das sie aufgrund der großen Nachfrage im 17. JH auf 20.000 qm erweiterten. Reiche spanische Familien, wollten - wie in Spanien - ihre zweit geborenen Töchter in ein Kloster "stecken". Die Frauen mussten beim Eintritt eine hohe Mitgift entrichten, ihnen fehlte es an nichts. 
Wir durchstreiften die Stadt zwei Tage, um dann zum Colca Canyon aufzubrechen. Der Rio Colca hat in Jahrmillionen eine tiefe Schlucht gegraben, die von der tiefsten Stelle bis zum höchsten Berggipfel bis zu 3400 m tief ist. 
An den terrassierten Berghängen werden Mais, Bohnen, Kartoffeln und zahlreiche Obst- und Gemüsesorten angebaut. Die Bewässerungskanäle gehören zu den spektakulärsten Anlagen in Peru. 
Wir mussten über einen Pass mit 4900 m fahren. Zum Glück ging's wieder runter zur Kleinstadt Chivay sie liegt auf 3600 m, wo wir übernachteten. Hatten wegen der Höhe wieder Coca Tee getrunken. Nur an wenigen Orten in Peru bietet sich die Gelegenheit Kondore aus nächster Nähe zu beobachten. Schon um 6 Uhr früh machten wir uns auf den Weg zum Canyon zum Aussichtspunkt "Cruz del Cóndor". Nach und nach trafen Touristenbusse ein, aus denen unzählige Menschen in voller Erwartung purzelten. Sie konnten sich an den Souvenirständen bedienen, tolle Selfies schießen - aber Kondore ließen sich nicht blicken. 
Wir hatten Zeit, frühstückten in Ruhe vor dem Hobo und so gegen 11 Uhr waren alle Busse wieder verschwunden - und dann, wie herrlich zogen 4 Kondore über unseren Köpfen ihre Kreise. Es war ein einmaliges Erlebnis. Der Kondor hat eine Flügelspannweite bis zu 3 m, ist bis zu 1,60 m groß und wiegt bis zu 12 kg. Er umfliegt sein Nest im Radius von 100 km und er kann ein biblisches Alter von über 100 Jahren erreichen. 
Unser nächstes Ziel war Cusco, die Stadt liegt im südlichen Hochland auf 3500 m. Wir brauchten 2 Tage um die Stadt zu erreichen und querten die Anden in großen Höhen. 
Wir wussten von Elke und Martin, den Motorradfahrern, auf welcher Campsite sie standen. Dann lernten wir den Augsburger Stefan kennen, der auch mit dem Motorrad unterwegs ist. Er hat zum Beginn seiner Reise Risu eine Chilenin kennengelernt und seitdem sind sie zu zweit auf dem Motorrad unterwegs, mit allem Gepäck bringen sie ein Gewicht von 400 kg auf die Maschine! Dann kamen noch die Schweizer Veronique und Stefan, die wir auch in La Paz schon trafen. Ansonsten waren viele Nordamerikaner mit ihren Wohnmobilen hier. 
Jetzt galt es die Stadt zu erkunden. Von der Campsite ging es steil nach unten ins Zentrum. Der Inkaherrscher Pachacutec Yupanqui (1438-1478) gilt als Architekt der neuen Hauptstadt, die er in Form eines Pumas anlegen ließ. Als die Spanier 1533 in Cusco einfielen, ließen sie Gold und Silber zusammentragen und einschmelzen. Sie ließen Gebäude der Inka niederreissen, das Material benutzten sie zum Bau von Kirchen, die auf den Inkaruinen errichtet wurden. Nun hat Cusco seine indigenen Wurzeln wiederentdeckt und pflegt sie heute mehr den je. Inzwischen kommen jährlich mehr als 3 Mio. Besucher nach Cusco. Eindrucksvoll kann man in der Stadt alte Inka-Mauern bewundern. Das beste Beispiel inkaischer Steinmetzkunst ist ein 12-eckiger Stein. Die bis zu einem Meter großen Steinblöcke wurden so bearbeitet, dass sie ohne Mörtel ineinander passten. 
Unser Highlight aber war Machu Picchu. Die sagenumwobene Stadt wurde erst im Jahr 1911 wieder entdeckt. Die Spanier erfuhren nie von der Existenz Machu Picchus, vermutlich weil die Stadt vor Ankunft der Invasoren verlassen wurde. Fest steht, dass es ein bedeutendes heiliges Zentrum der Inka war.
Wir machten es uns einfach, wir buchten auf Empfehlung, über eine Agentur eine zweitägige Tour mit Guide. 
Wir wurden nachts um 3 Uhr von Thony mit einem Fahrer abgeholt, nach 2 Stunden Fahrt kamen wir in Ollantaytambo an, wo die Weiterfahrt mit dem Zug begann nach Aguas Calientes. Es ging knapp 2 Stunden durch herrlichen Urwald. Für die Tickets mussten wir selbst anstehen mit unserem Pass. Checkten in einem schönen Hotel ein (das erste mal auf dieser Reise) und dann ging Thony mit uns zu 37 Grad warmen Thermalbecken. Später trafen wir durch Zufall den Augsburger Stefan und Risu. Wir verabredeten uns zum Abendessen.
Am nächsten Morgen brachte uns ein Shuttlebus in 20 Minuten hinauf zum Eingang von Machu Picchu. Es war ziemlich bewölkt, doch wir hatten Glück, dass es nicht regnete. Thony stieg mit uns steile Steintreppen flott hinauf. Auf dem Aussichtspunkt hatte man eine herrliche Sicht auf Machu Picchu. Wir blieben solange, bis sich die Wolken auflösten und wir eine klare Sicht hatten. Thony hatte einen fetten Wälzer dabei, anhand dessen bekamen wir ausführliche Erklärungen über die Inka Kultur. Er machte es sehr anschaulich und interessant. Es waren zuerst viele Menschen unterwegs, aber sie verteilten sich wunderbar. Wir gingen durch die Gebäuderuinen und bekamen immer wieder interessante Informationen. Die Führung dauerte 3 Stunden. Dann alles wieder zurück bis wir abends auf der Campsite in Cusco ankamen. 
Schon am nächsten Tag verließen wir Cusco Richtung Nasca. Die Strecke war ziemlich von LKWs befahren. Es ging mal wieder hinauf auf über 4000 m und dann wieder runter auf 1800. Die Landschaft wieder einmalig mit den unterschiedlichsten Bergformationen und Anbauflächen in den Tälern. Wir kamen nur langsam voran.
In Nasca quartierten wir uns auf der Nasca Lodge ein, eine schöne Anlage mit Restaurant und großem Pool. Wir wurden schon erwartet von 4 Schweizern und 2 Deutschen Reisenden. Warum Touristen nach Nasca kommen sind die Nasca Linien, es handelt sich um gigantische Bodenzeichnungen auf einer Fläche von 450 qkm. In ihrer gesamten Ausdehnung lassen sich die Linien nur aus der Luft bewundern. Erst zu Beginn des 20. Jh. machten Archäologen auf die Scharrbilder aufmerksam. Es gibt unzählige Theorien über die Bedeutung der Linien. Die plausibelsten sind: dass es sich um einen astronomischen Kalender gehandelt haben könnte oder um einen gigantischen Agrarkalender. Diese Theorie stammte von der deutschen Mathematik- und Geografielehrerin Dr. Maria Reiche.
Beim Inhaber der Nasca-Lodge konnten wir einen Flug buchen, zuvor informierte er uns anschaulich und mit Begeisterung im Detail über die Kultur des Nasca Volkes und deren Linien. Obwohl ich nicht sehr flugtauglich bin, wollte ich mir das Erlebnis nicht entgehen lassen. Zeitig am nächsten Morgen wurden wir zum kleinen Flugplatz gebracht. Es war schon ein großer Andrang, wie gesagt die Touristen kommen nur wegen der Linien hierher. Es gibt Maschinen mit 6-8 Plätzen, wir hatten Glück und konnten in einer kleinen Cessna fliegen. Es waren 2 Piloten an Bord. Einer erklärte uns was wir zu sehen bekamen. Wenn die Figur links war, kippte die Maschine nach links, damit aber der rechts Sitzende auch das beste Erlebnis hat, wird gewendet und nach rechts gedreht - super - wie lange macht das mein Magen mit? Wohlweislich hatten wir nur eine Tasse Tee zuvor getrunken. Aber irgendwann drückte ich dem Piloten mein Handy in die Hand, er soll fotografieren und ich kümmere mich um meinen Kreislauf. Manfred macht das alles gar nichts aus, er beugt sich nach rechts oder links, schaut nach unten oder oben, wie's gerade kommt. Nach 40 Minuten war der Spuk vorbei, vielleicht 20 Minuten habe ich konzentriert mitbekommen. 
Schon am nächsten Tag zogen wir weiter nach Ica zu den großen Sanddünen. Im Umkreis von Ica gibt es über 80 Winzereien, die Pisco und Wein produzieren. Dort taucht die Oase Huacachina auf umrahmt von Dattelpalmen, Johannisbrotbäumen und 200 m hohen Sanddünen. Und wer war auf dem Ecocamp: Rosel und Gerhard, es war gleich ein großes Hallo, wir kennen uns seit über einem Jahr und waren auch zusammen auf dem Ponton im Pantanal. Wir stiegen natürlich auf die Dünen, unzählige Buggys mit Platz für 10 Personen, warten darauf, mit Touristen über die Dünen zu düsen. Wir gingen zu Fuß hoch, setzten uns in den warmen Sand und beobachteten das Treiben.
Auf unserem Weg nach Lima, der Hauptstadt von Peru waren immer noch riesige Sanddünen, aber trotzdem Dörfer in die Hügel gebaut. Plötzlich tauchte eine neue weiße Stadt direkt am Meer auf, dann eine Zementfabrik und noch sonstige stinkende Fabriken. 
Lima ist eine 11 Mio. Metropole und nach Kairo die zweitgrößte Wüstenstadt der Erde.
Für uns Deutsche gibt es hier eine Oase: den Club Germania, auf dem Reisende mit deutschem Pass (wird kontrolliert) unterkommen können. Der Geschäftsführer Willy nahm sich für uns reichlich Zeit, um uns die 160jährige Geschichte des Clubs zu erläutern. Der Club hat noch 900 Mitglieder, mittlerweile natürlich viele Peruaner, die Vorstände sollten aber noch aus Deutschen bestehen. Es ist ein sehr großes, gepflegtes Areal, das alles an Sportmöglichkeiten bietet, sogar ein überdachtes Schwimmbad mit einem 25-Meter-Becken. Die Mitglieder sind sehr aktiv, schon um 6 Uhr morgens kommen die Ersten zum Tennisspielen. Auf dem Fußballplatz mit echtem Rasen (der ständig gewässert werden muss) wird den ganzen Tag trainiert. Ein Lokal bietet auch deutsche Spezialitäten an wie Würstl mit Kartoffelsalat, Frikadellen, Currywurst, etc. 
Um in die Innenstadt zu kommen nehmen wir wieder unser beliebtes Uber-Taxi. Man wählt auf der Karte im Handy das Ziel aus, sieht die Entfernung und erfährt sofort die Kosten. Das System sucht einen freien Fahrer/in, der bekommt den Namen des Gastes mitgeteilt und umgekehrt. Und wir wissen auch noch genau welches Auto/Modell, welche Farbe und welches Kennzeichen. Somit ist ausgeschlossen, dass man in ein falsches Fahrzeug steigt. Die Kosten sind enorm günstig, natürlich noch viel billiger sind öffentliche Verkehrsmittel wie Stadtbusse und Kleinbusse, die erst starten, wenn der letzte Platz belegt ist. Und es ist trotzdem, so wie bei uns auch, dass fast jeder, der ein Auto hat, mit diesem in der Stadt unterwegs ist. Die Stadt quillt über - es ist nur Stopp and Go.
Wir waren also in der Altstadt von Lima. Die Plaza Mayor ist ein schöner Stadtpark, sie wird von der sehr großen Kathedrale, dem Rathaus und dem Regierungspalast eingerahmt. Die Kathedrale wurde im 16. Jh erbaut, ist aber 1746 durch ein Erdbeben völlig zerstört worden. Sie wurde wieder aufgebaut, aber komplett aus verkleidetem Holz. Wir bekamen zusammen mit einer asiatischen Familie eine Führung in englisch. Es wurden uns viele Details erklärt, die wir sonst nicht gesehen hätten. Danach war zufällig vor dem Regierungspalast die Wachablösung mit musikalischer Begleitung. Im ehemaligen Bahnhof, der jetzt eine Bibliothek beherbergt, ist eine Ausstellung vom Literaturnobelpreisträger von 2010 Mario Vargas Llosa. Im historischen Viertel gibt es über 300 Balkone, viele aus Holz geschnitzt. Die ältesten stammen aus dem 17.Jh. die Ursprünge liegen im Nahen Osten in Städten wie Kairo oder Damaskus. 
Zurück im deutschen "Club" machte ich mich auf den Weg zu einem Friseur in der Nähe. Die junge Frau verpasste mir einen guten Kurzhaarschnitt.
Am nächsten Tag durchstreiften wir in Barranco das Künstlerviertel, wie fast überall auf der Welt, entdeckten Künstler für sich ein altes abgewohntes Viertel, sie renovieren es notdürftig, aber mit eigenem Charme, bemalen die Fassaden und schon übernehmen es die Reichen der Stadt als hippes Viertel, das natürlich auch die Touristen anlockt. 
Zwischenzeitlich gesellte sich ein Wohnmobil zu unserem im Club Germania. Eine junge Familie aus Lübeck mit 2 Töchtern. Sie kauften sich einen Ford Pickup mit Kabine in Panama und sind seit August Richtung Süden unterwegs, sie haben 1 Jahr Zeit. Mit viel Überzeugungsarbeit dürfen die Mädels jetzt 1 Jahr der deutschen Schule fern bleiben. Sie waren uns gleich sympathisch. 
Für unseren Hobo gab es in einer Nahen Werkstatt mal wieder Wartung und Pflege, denn ohne ihn wären wir aufgeschmissen. 
Wir verließen Lima Richtung Norden und brauchten über 2 Stunden um aus der Stadt rauszukommen und schon waren wieder rechts und links Sanddünen. 
Unser Ziel war Caral die vermutlich älteste Stadt Amerikas, die erst 2001 von Archäologen am Fuße der Cordillera Negra entdeckt wurde. Messungen ergaben ein Alter von 4600 Jahren, somit um 1000 Jahre älter als die Kultur der Olmeken in México. Caral war fast komplett verschüttet und die Ausgrabungen dauern noch an. Ganz allein auf dem großen Areal, bei absoluter Stille und Vollmond konnten wir eine ruhige Nacht genießen.
Auf der Panamericana weiter in den Norden. Es ist immer noch Wüste, die Landschaft sah aus wie auf dem Mond - (so stell ich mir den Mond vor) farbige Berge, Sanddünen in verschiedenen Tönen. Dazwischen immer wieder Orte, alle an Flüssen gelegen die aus den Anden kommen und somit war wieder Ackerbau möglich - üppig grün. Wir sahen viele Maracuja Felder, Zuckerrohr, Avocados, Bananen etc. und nach den Orten wieder karge bizarre Berge - wunderschön. 
In einem kleinen Fischerort Puerto Morin direkt am Meer verbrachten wir die Nacht. Der nächste Stopp war in Huanchaco, ein Hostel mit Stellplatz, da wir ein gutes Wifi brauchten. Wir konnten nun die weitere Reise zeitlich abschätzen und buchten einen Ausflug auf die Galapagos Inseln. 
Nun hielt uns in Peru nichts mehr. Eigentlich wollten wir nochmal in die Berge zur Cordillera Blance, aber von Reisesenden erfuhren wir, das es jeden Nachmittag in den Bergen regnete und die Straßen z.T. sehr schlammig waren.
Also immer weiter an der Küste entlang nach Norden. Lange Strecken konnten wir auf Autobahnen fahren, dann wurde der ganze Verkehr durch Städte geschleust, aus zwei Spuren wurden vier, jeder ist sich selbst der nächste.
Unsere letzten Soles (peruanische Währung) setzten wir in Wein und Bier um.
Nachdem wir einen kleinen Grenzübergang nach Ecuador wählten, war es diesmal ganz entspannt.
Ein Fazit von Peru muss ich noch los werden: Wir hatten viele sehr besondere Erlebnisse und Highlights - aber Peru, besonders an der Küste entlang, erstickt in seinem Abfall. In keinem anderen Land - wo auch immer wir waren - haben wir soviel Müll auf den Straßen und in der Landschaft gesehen. Jeder entsorgt alles wo er geht und steht. Bei den Sehenswürdigkeiten wird hinterher geräumt, ich denke sonst kämen keine Touristen mehr. 

Blog 11) Oktober/November      Bolivien - Chile
Wir teilten uns die lange Strecke nach Sucre auf 2 Tage auf. Hielten abseits der Hauptroute an einer kleinen Lagune zum Übernachten. Am nächsten Tag meldete ich mich bei einer kleinen Campsite an, ob für uns ein Platz frei ist. Und tatsächlich reisten Overlander ab und wir bekamen das einzig freie Plätzchen.
Wir waren die meiste Zeit auf etwa 4000 m Höhe, kamen durch Gebirgszüge auf denen Schnee lag, es wurde wieder kurvig und schnell voran ging es auch nicht. Sucre liegt auf angenehmen 2800 m, das bedeutet am Abend kühl, keine Probleme mit der dünnen Luft, also wieder gut schlafen. Die kleine Campsite wird von einem älteren Ehepaar vermutlich aus Interesse an Reisenden betrieben. Ihre Tochter die perfekt Englisch spricht empfängt uns und informiert uns über die koloniale Altstadt Sucres. Ihr Bruder kam dazu, der lange in Hamburg arbeitete und natürlich deutsch spricht, den Manfred gleich in Beschlag nahm, da am Hobo ein Fehler aufleuchtete, ob er eine gute Werkstatt weiß, die den Fehler auslesen konnte. Sie verabredeten sich gleich für den nächsten Morgen.
Auch konnte ich einen Berg Wäsche waschen lassen.
Auf der Campsite waren 3 Schweizer Fahrzeuge, zwei von ihnen, zwei Einzel Reisende haben wir auf unserer ersten Tour schon dreimal getroffen und das Paar vom 3. Fahrzeug ist mit Bremach-Fahrern gut bekannt, die auch wir kennen und ständig in Kontakt sind.  
Der Abend klang in schöner Runde aus. Reisende haben halt immer dieselben Interessen.
Manfred fuhr also in die Werkstatt - der Fehler konnte nicht behoben werden, aber man weiß jetzt, dass es am schlechten Diesel lag und man damit leben muss. 
Dann war natürlich Stadttag: die weiße Kolonialpracht Sucre, mit ihren wunderschönen Kolonialbauten und den gepflegten Plazas und Parques ist die schönste Stadt Boliviens - und die Hauptstadt. Wie überall in Südamerika steht auch in Sucre die Kathedrale an der zentralen Plaza. Darin befindet sich die kostbarste Marienstatue ihr Mantel ist mit Juwelen bestickt und ein Vermögen wert. Wir ließen uns gemütlich durch die Stadt treiben, gingen auf eine Anhöhe zum Kloster Recoleta, das 1601 von Franziskanern gegründet wurde. Ein besonderer Leckerbissen war die Iglesia San Felipe Neri, von deren Dachplattform man eine tolle Aussicht hat. Auf Empfehlung sind wir auch an den Rand der Stadt gelaufen zu einem ganz besonderen Friedhof. Da Allerheiligen vor der Tür stand, wurden auch hier wieder frische Blumen zu den Gräbern gebracht. Neben dem größten Theater Boliviens fanden wir ein gemütliches Café mit Blick auf den Parque Bolivar. Wir blieben 5 Tage in der Stadt, aber dann sollte es wieder weiter gehen.
Das Ziel war Uyuni mit dem riesigen Salzsee, dem Salar de Uyuni. 10 Milliarden Tonnen Salz auf einer Fläche von 12.000 qkm. Es werden 20.000 Tonnen Salz jährlich für den nationalen Markt gewonnen. Aber der größte Reichtum des Salars bleibt hoffentlich unausgebeutet: unter der Salzkruste lagert das größte Lithiumvorkommen der Welt. Wir machten uns schlau, wo man am besten auf den Salar fahren kann und vor allem, wo keine Gefahr bestand einzusinken. Mitten im Salar gibt es eine mit Kakteen bewachsene Insel die Isla Incahuasi, sie besteht aus versteinerten Korallen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einigen Highlights vorbei, u.a. war 2018 die Rallye Dakar auf dem Salar und hinterließ ein Monument, auch eine aus Salz gebaute Treppe steht mitten im Nirgendwo. Es gab ein aus Salz gebautes Hotel, das seinen Betrieb aber eingestellt hat. Im Windschatten der Insel, wir waren wieder auf 3800 m, hofften wir auf eine ruhige Nacht. Der Wind pfiff allerdings bis 1 Uhr Nachts, dann kam wieder die Höhe dazu, dass es für uns sehr unangenehm wurde. 
Die meisten Touristen, die wir sahen, waren junge Leute, die mit einer geführten Tour über den See düsten. Die Guides haben kleine Allrad-Fahrzeuge, die z.T. mit 4-6 Personen besetzt sind.  
Am Morgen nach dem Frühstück gaben wir dem Hobo noch etwas Zeit um aufzutauen und dann sprang er problemlos an. Wir fuhren noch 35 km über den Salar, kamen dann durch kleine Dörfer um zur Lagunen Route zu gelangen. Wir kamen immer höher hinauf, die Landschaft veränderte sich traumhaft und man sah einige Vulkane. Leider begann eine schreckliche Rüttelpiste, 150 km, fast nur Waschbrett. Die herrlichen farbigen Lagunen konnte wir nicht so recht genießen. Erstens schüttelte es uns durch und der Hobo hat auch schwer gelitten. Bei einem Stopp stellten wir fest, dass unsere Markise nur noch an 2 Schrauben hing, der äußere Zusatzwassertank bekam ein Loch, etliche Schrauben lockerten sich und frisches Obst und Gemüse waren Matsch. Wir mussten auf 4400 m Höhe übernachten, es war noch viel kälter als auf dem Salar, draußen hatte es -11 Grad, in der Kabine +1 Grad weil unsere Heizung aufgegeben hatte. Wir zogen alle warme Teile an, die wir hatten und trotzdem kroch die Kälte in die Knochen. Dazu kam die dünne Luft, sodass das Atmen äußerst schwer fiel. 
Fazit: die Lagunen Route hat sich für uns nicht gelohnt, wir hatten mehr Schaden als Nutzen. Wir konnten die Landschaft nicht mehr genießen. 
Unser nächstes Ziel war in Chile die touristische Kleinstadt San Pedro de Atacama. Wir waren auf unserer ersten Tour im Februar schon hier und wussten wo eine gute Campsite war. Als erstes musste getankt werden (in Chile gibt es wieder guten Diesel), dann musste der Hobo gründlich vom Salz befreit werden und dann fanden wir einen Mechaniker, der unsere Markise wieder anbringen konnte.
Auf der Campsite hatte man uns sogar wieder erkannt. Wir konnten gemütlich Abendessen und wunderbar tief und fest durchschlafen. Wir nehmen uns vor in Zukunft Rüttelpisten und extreme Höhen zu vermeiden. 
Schon am nächsten Tag kamen 3 große Trucks mit je 12 to. auf die Campsite. Zwei Deutsche und ein Schweizer. Von ihnen erfuhren wir, dass sie auf dem Salar eingebrochen sind. Sie mussten sich für je 1000 US Dollar bergen lassen. Unterhaltung gab's natürlich reichlich.
San Pedro ist wieder auf einer angenehmen Höhe, am Tag schön warm, nachts wird es kühl um gut schlafen zu können. Wir erholten uns von den Strapazen, man ist ja nicht mehr die/der Jüngste. 
Aber dann muss es auch wieder weitergehen - wir wollen an den Pazifik und von dort immer nordwärts. Die Wüstenstadt Calama lassen wir links liegen, dort wollten wir im Februar 2023 die größte offene Kupfermine besichtigen, was aber seit Corona nicht mehr möglich ist.
Am Pazifik angekommen finden wir in Tocopilla ein hübsches Fischlokal und ließen uns den frischen Fisch schmecken. 
Wir fuhren auf der Küstenstraße der Ruta 1 nach Norden. Braune, graue, orange Berge, keine Vegetation und trotzdem gibt es kleine Dörfer am Meer. Die Häuser alle aus Holz gebaut, dicht an dicht und mit Holzlatten oder Wellblech eingezäunt. 
Dann kamen wir in die Großstadt Iquique, sie hat einen der wichtigsten Häfen im Norden. Sie gehört zweifellos zu den schönsten Städten Chiles, insbesondere nach der Restaurierung des historischen Stadtkerns.
Wir konnten am Rande der Stadt auf einer Sportanlage campieren und fuhren mit dem Uber-Taxi in die Stadt. Da es ein Sonntag war, wollten wir auch das bunte Treiben am langen Stadtstrand beobachten. Es schien als ob die ganze Stadt sich am späten Nachmittag dort vergnügt - herrlich.
Auch besichtigten wir die "neue" Esmeralda, einen Nachbau des berühmten Segelschiffs mit allen Details im Maßstab 1:1.
Weiter nach Norden - immer noch Wüste, bald waren wir wieder auf 2000 m. Später schnitt ein grünes Band in die grau-braunen Hänge. Es gab einen kleinen Fluß und schon wurde das schmale Tal grün.
Wir machten einen kurzen Abstecher zum El Gigante de Atacama, die Figur ist eine der größten Geoglyphen der Welt, sie ist etwa 87 m groß.
Zurück auf die Ruta 5 um nach Arica zu gelangen. Schon lange vor der Stadt wird das Tal breit, wo Obst, Gemüse und sogar Wein angebaut wird.
An einem hübschen Hotel am Meer reservierten wir zwei Plätze fürs Abendessen -  das letzte "Cena" in Chile. Es tauchte plötzlich am Hobo ein Ehepaar aus Erlangen auf, die im Mietwagen unterwegs sind und es gar nicht glauben konnten, dass vor ihnen ein kleiner Truck mit Augsburger Kennzeichen stand. Sie aßen auch in dem Hotel zu Abend und so kamen wir ins Gespräch.
Dann war wieder einmal eine "Grenze" angesagt. Zuvor konnte ich online noch eine Autoversicherung abschließen, die für Peru obligatorisch ist (bis jetzt wollte sie noch keiner sehen), der Manfred ließ noch einen Reifen prüfen, der etwas Luft verlor, es lag aber anscheinend am Ventil. 
An der Grenze war eine lange Personen-Schlange vor dem 1. Schalter = Ausreise Chile, wir sollten uns erst ein Formular besorgen mit mehreren Durchschlägen, ohne das geht gar nichts. Manfred blieb am Schalter stehen, damit wir nicht nochmals anstehen müssen und ich lief die Reihen ab um dieses Papier zu ergattern, dann gab's den Stempel zur Ausreise. 2. Schalter = Stempel zur Einreise für Peru, 3. Schalter = Ausreise Chile Autopapiere, 4. Schalter = Zollpapiere fürs Auto zur Einreise nach Peru - uff.
Dann kam erst die gründliche Kontrolle des Autos von innen, 2 (in Worten zwei) Beamte gingen nacheinander ins Auto und jeder zog alle Schubläden und Fächer auf. Kurz wurde unser Weinvorrat beanstandet, aber dann ließen sie es gut sein.
Jetzt waren wir also offiziell mit allen notwendigen Papieren in Peru, was bedeutet, man braucht peruanische Soles. Welche Bank im nächsten Ort hat die geringsten Gebühren? Checker-Doris war gefragt. Eine SIM Karte sollte man auch gleich haben, denn ohne Internet geht heutzutage gar nichts mehr - was haben wir bloß früher gemacht. Die Telefongesellschaft wurde auch gefunden und es dauerte kaum eine Stunde bis wir die Handys wieder auf dem neuesten Stand hatten. Und dann konnten wir zuguter Letzt auf dem Grundstück eines Motorradclubs für die Nacht stehen. Der Besitzer "Elvis" hieß uns freundlich willkommen.